Rundbrief an die Mitglieder, Freunde und Förderer

Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Mitglieder, Freunde und Förderer des Aktionsbündnisses „STATTBILD e.V.“

Am 1. Juli 2011 jährt sich der Gründungstag unseres Aktionsbündnisses gegen illegale Graffiti in Leipzig zum 8. Mal. Seither wurde sehr viel Arbeit in unterschiedliche Projekte, Initiativen oder auch nur den Selbsterhalt investiert. Dies alles geschah bislang ehrenamtlich neben der beruflichen Anspannung der Aktiven und hat daher nicht immer die selbst gesteckten Ziele erreichen lassen. Da aber unser Anliegen, die Bekämpfung der das Stadtbild verunzierenden Graffiti, nach wie vor von äußerster Dringlichkeit ist, soll die Arbeit des Bündnisses zukünftig stärker professionalisiert und kontinuierlicher werden. Aus diesem Grund hat der Vereinsvorstand auf seiner am 24. Mai 2011 durchgeführten Sitzung einstimmig beschlossen, einen Geschäftsführer für die Führung der Vereinsarbeit zu bestellen.

Für diese Funktion wurde ich, Michael Wildt, ausgewählt. Gestatten Sie bitte, dass ich mich Ihnen in der hier gebotenen Kürze vorstelle.
Ich bin 1957 in Leipzig gebürtig, habe meine Kindheit im Leipziger Südraum verbracht und wohnte wegen der 1972 erfolgten, braunkohlebedingten Devastierung meines Heimatdorfes seit dieser Zeit mit Unterbrechungen in Leipzig. Nach dem Besuch der POS erlernte ich in Greifswald den Beruf eines Elektronikfacharbeiters mit Abitur und studierte anschließend an der Leipziger Theaterhochschule Theaterwissenschaft / Dramaturgie. Nach dem Studium war ich 1986/87 als Bereichsleiter Kunst-Literatur-Theater in der Leipziger Moritzbastei tätig, bevor ich dann bis zum Jahr 1993 am Meiniger Theater als Chefdramaturg und an der Landesbühne Sachsen-Anhalt, Lutherstadt Eisleben als Dramaturg und Chefdisponent wirkte. Bis 1997 leitete ich im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt den Wiederaufbau der ältesten in Deutschland noch erhaltenen Glashütte im Brandenburger Denkmaldorf gleichen Namens. Nach Auslaufen der Förderung für dieses Projekt übernahm ich in Glashütte sozial-pädagogische Tätigkeiten im Rahmen eines Wiedereingliederungsprojekts für Langzeit-arbeitslose und Jugendliche. 1998 kehrte ich nach Leipzig zurück und wirkte zunächst als Geschäftsführer des Fördervereins der Kinder- und Jugendvilla, damals noch in der Karl-Tauchnitz-Str.. Seit 1999 arbeitete ich im neu eröffneten Haus der Geschichte der Bundes-republik, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig als Koordinator Besucherdienst. Da dies eine befristete Stelle war, wechselte ich im Anschluss in das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. wo ich bis 2006 als Projektleiter und Archivpädagoge wirkte. Seit 2007 bin ich freiberuflich tätig. Ich arbeite auf Honorarbasis für Museen, Gedenkstätten und freie Träger der politischen Bildung. Meine Schwerpunkte liegen seither in der Konzipierung und Erarbeitung von Wanderausstellungen zu spezifischen DDR-Themen und einer entsprechenden Vortragstätigkeit. In den letzten zwei Jahren habe ich zum Thema Spezialkinderheime und Jugend-werkhöfe gearbeitet. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte meiner homepage: http://www.kultur-plan.de.

Mit der seit 15. Juni erfolgten Verpflichtung beim Aktionsbündnis STATTBILD e.V. möchte ich mich einerseits um eine intensivere Vereinsarbeit und andererseits um eine stärkere Präsenz unseres Anliegens in den Medien und der Schularbeit bemühen. Weiterhin wird es mein Ziel sein, neue aktive Mitglieder für den Verein zu gewinnen, um sowohl die materiell-technische Basis unseres Tuns zu verbessern als auch frische manpower zu regenerieren. Letztlich soll so unser Verein der Bezeichnung Aktionsbündnis stärker gerecht werden, denn ohne Aktionen kein Aktionsbündnis.

Im zweiten Halbjahr 2011 wird es daher zunächst darauf ankommen, die organisatorische und verwaltungsrechtliche Basis unserer Arbeit zu festigen, sprich zunächst eine gut vorbereitete Mitgliederversammlung mit einem Arbeitsplan und den entsprechenden vereinsrechtlichen Abstimmungen / Entlastungen durchzuführen. Diese Versammlung ist für den 12. September in der Zeit von 10 – 13:00 Uhr im Zi. 377 des Leipziger Rathauses geplant. Eine Einladung mit detaillierter Tagesordnung geht Ihnen rechtzeitig postalisch oder per mail zu.

Natürlich wollen wir auch weiterhin an Erprobtem anknüpfen. Sei dies in der Zusammen-arbeit mit dem Ordnungsamt der Stadt Leipzig oder dem Kriminalpräventiven Rat der Polizei. Ich werde dazu in den nächsten Wochen erste Kontaktgespräche führen, so wie ich diese derzeit mit den Vorstandsmitgliedern mache. Auch mit dem Schulamt wird es nach der Sommerpause eine neue Kontaktaufnahme geben, denn gerade in der praktischen Schularbeit liegt ein großer Schwerpunkt zukünftigen abgestimmten Handelns. Gleiches trifft auf die IHK und andere Wirtschaftsverbände zu.

Neben der Prävention ist auch die Schadensbeseitigung ein uns betreffendes Arbeitsgebiet. Hier gilt es Bewährtes fortzuschreiben. Bspw. soll, wieder in Kooperation mit dem Leipziger Servicebetrieb LSB GmbH, im Herbst 2011 ein Seminar mit Haus- und Grundeigentümern oder deren Beauftragten zur Graffitibeseitigung und Prävention durchgeführt werden. Dafür gilt es Teilnehmer und Sponsoren zu finden.

Last but not least ist ein Verein aber immer so gut, wie ihn seine Mitglieder machen. Das heißt wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie ein Vereinsleben entwickelt werden kann, dass unseren Mitgliedern einen gewissen Mehrwert verschafft. Sei es im Knüpfen von persönlichen oder wirtschaftlich-kulturellen Kontakten oder nur durch die Teilnahme an bestimmten, vereinsinternen Events.

In diesem Sinne freue ich mich auf eine produktive Zusammenarbeit mit Ihnen. Lassen Sie uns weiterhin für unser gemeinsames großes Ziel, eine saubere Stadt Leipzig kämpfen, in der illegale Graffiti aufgrund bürgerschaftlichen Engagements immer weiter zurück gedrängt und auch immer kompromissloser bekämpft und falls nötig, strafrechtlich verfolgt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Wildt